04/01/2022

Einrichtungs-Guide

Einrichtungs-Guide – in 10 Schritten die neue Wohnung planen

Es mag Naturtalente geben, die ein Gespür für die richtigen Möbel, Farben und Formen haben. Doch für die meisten Menschen ist Einrichten dann doch kein Kinderspiel.

Und deshalb sind, trotz individueller Geschmäcke und Ansprüche ans Wohnen, allgemeingültige Regeln sehr nützlich. Wer sie beherzigt, fühlt sich zu Hause einfach wohler und bleibt von ärgerlichen Fehlinvestitionen verschont. Ob du nun in eine neue Wohnung einziehst oder dein Zuhause nur verändern willst: hier eine Anleitung zum gekonnten Einrichten.

1 – Bedarfsanalyse

Bevor du ein neues Möbel kaufst, solltest du eine Vorstellung davon haben, wie du es nutzen willst. Für eine Familie ist beispielsweise ein großer Esstisch wichtig. Ein Bücherwurm benötigt ein Regal für seine Literatur und wer gerne aufrecht sitzt, sollte sich eher einen Sessel zulegen als ein Sofa.
Nur wer seine Möbel auch wirklich nutzt, wird sich in seiner Wohnung wohlfühlen. Mach also eine Bestandsaufnahme, welche Möbel bei dir aktuell täglich oder häufig zum Einsatz kommen, mit welchen davon du nicht zufrieden bist und welche du bisher ganz vermisst. Auf deine persönliche Situation abgestimmte Möbel sind die Grundlage für eine gute Einrichtung.

2- Aussortieren und neu konzipieren

Kaum jemand richtet sich auf einen Schlag komplett neu ein. Es gibt immer Dinge, die man behalten möchte, weil sie schön oder praktisch sind oder einfach, nur weil man sie mag. Man sollte aber auch ruhig einmal etwas ohne schlechtes Gewissen aussortieren, denn Bedürfnisse und Geschmack ändern sich im Laufe des Lebens.
Vielleicht gibt es jemanden, der sich über das aussortierte Möbelstück freut? Wenn du dich entschieden hast, welche Stücke bleiben, geht es darum, diese ins neue Wohnkonzept zu integrieren. Das funktioniert bestens über Farbe, denn die verbindet unabhängig vom Stil. Man kann einzelne besondere Möbel aber auch hervorheben, sie zum Blickfang des Raumes machen, dem sich alles unterordnet.

3- Möbel im Grundriss überprüfen

Beachte die Proportionen! Ein kleiner Raum und ein großes Sofa – diese Paarung kann nicht gut gehen. Mache ein Aufmaß des Raumes inklusive Fenster und Türen, zeichne den Grundriss und die wichtigsten Möbel im Maßstab auf festes Papier und schneide die Möbel aus. Das macht Arbeit, aber es lohnt sich, denn jetzt kannst du die Möbel auf dem Grundriss an verschiedene Plätze schieben und überprüfen, wo sie am besten stehen, ob die Proportionen zum Raum stimmen, und schließlich die bestmögliche Entscheidung treffen. Plane auch die Wege mit ein, die du in diesem Raum häufig zurücklegst. Schließlich möchte man nicht über den Sessel stolpern, wenn man zur Terrassentür geht.

4 – Den eigenen Wohntyp finden

Wenn du weißt, welche Möbel du wirklich brauchst und wo du diese hinstellen willst, bleibt noch die Frage, wie deine Neuanschaffungen aussehen sollen. Und das wiederum hängt davon ab, welcher Wohntyp du bist: Mangst du es lieber natürlich, hast du eine romantische Ader oder fühlst du dich in einer lässig-modernen Einrichtung am wohlsten? Wichtig: Konzentriere dich darauf, was dir persönlich und nicht den anderen gefällt. Die Frage sollte lauten: Womit fühle ich mich täglich wohl? Und nicht: Was sieht schick aus, wenn Gäste zu Besuch kommen? Zuhause wohnt man – man repräsentiert nicht!

5 – Farb- und Materialkonzept erstellen

Wenn du unsicher bist, welche Farben, Formen und Materialien zu deinem Wohnstil passen, machst du es am besten wie die Profis und erstellst ein Moodboard. Durchstöbere dafür Magazine und Wohnbücher nach allem, was dir gefällt, sei es eine einzelne Vase oder ein ganzer Raum. Kopiere diese Bilder und sammle dazu auch Tapetenstücke, Stoffmuster, Farben und alle möglichen anderen Materialien. Klebe die Bilder und Vorlagen zu einer Collage, sie visualisiert die Stimmung, die zu dir passt und in der du leben möchtest.

6 – Beleuchtung planen

Wir brauchen Licht nicht nur zum Sehen, sondern auch für die Stimmung. Mache dir deshalb eine Raumanalyse: Wo fällt viel Tageslicht in den Raum, und wie verändert es sich im Laufe des Tages und der Jahreszeiten? Welche Bereiche sollen hervorgehoben werden? Wo brauchst du besonders viel Licht, zum Beispiel beim Lesen? Allgemein sollte es in jedem Raum drei Beleuchtungsarten geben: du benötigst Licht im Hintergrund zum Ausleuchten des Raumes, punktuell Licht zum Arbeiten, Lesen oder Kochen und Licht als dekorativen Akzent, für die Behaglichkeit.

7– Sich ausreichend Zeit lassen

Leihen dir Stoff-, Tapeten- und Teppichmuster aus und lasse diese im Raum längere Zeit auf dich wirken. Du wirst merken, dass der Effekt bei Tageslicht und bei Dämmerung ganz unterschiedlich sein kann: Ein tiefes burgunderrot an der Wand mag dir abends sehr gemütlich vorkommen, erscheint dir aber womöglich bei Sonnenlicht zu dominant. Deshalb bitte keine Schnellschüsse! Lieber ein paar Monate ohne Teppich leben, als jahrelang auf den falschen zu schauen.

8 – Zeitlose Basics als Grundlage auswählen

Wie in der Mode gibt es auch in der Einrichtungswelt jedes Jahr neue Trends. Kaum jemand kann sich dem Einfluss des Zeitgeistes komplettentziehen. Trotzdem: Ein Möbelstück, eine Einrichtung muss länger gefallen als eine Saison. Bei den Basics wie Sofa, Sessel, Regal sollten Sie sich deshalb lieber für eine zeitlose Variante entscheiden. Dann machen diese auch mal einen Stilwechsel mit. Als modisches Accessoire bieten sich Kissen, Vorhänge, Tapeten und Wandfarben an, die du ohne großen finanziellen und praktischen Aufwand immer wieder auswechseln kannst.

9 – Mit Accessoires Atmosphäre schaffen

Zum Schluss kommt die Kür: die Dekoration deines Zuhauses. Bilder, Vasen, Kerzenständer bringen Persönlichkeit und Leben in die Räume. Textilien wie Kissen, Decken, Teppiche betonen die sinnliche Seite des Wohnens. Aber die Accessoires bitte nicht wahllos über den Raum verteilen, bilde Deko-Inseln, etwa auf dem Sideboard oder am Couchtisch, und bündle diese nach Farbe, Material oder Thema. Tipp: Alles neu, das wirkt schnell wie aus dem Katalog. Mische bei deinen Deko-Inseln ein Stück darunter, dem man ein langes Leben ansieht.

10 – Offen für Veränderung bleiben

Trotz bester Planung kann immer etwas schiefgehen. In der Praxis passt die Farbe des Teppichs doch nicht zum Vorhang, oder das Sofa ist einen Tick zu groß für den Raum. Statt sich lange darüber zu ärgern, überlege dir, ob du das Möbel nicht noch einmal umstellen könntest oder der Teppich vielleicht besser ins Schlafzimmer passt. Manche Wohnprofis schaffen es, ihr Zuhause immer wieder neu aussehen zu lassen, einfach, indem sie schon Vorhandenes neu arrangieren.

10 plus 1- Die goldene Regel

Halten dich nicht an die Regeln, entscheide aus dem Bauch heraus…. und stehe dann auch dazu.

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